Planer*innenseminar 2020 – Gegend oder Landschaft

AG Freiraum und Vegetation.

Ankündigung: PlanerInnenseminar 2020 in Adolphsdorf.  28.3.bis 4.4. 2020

 

Gegend oder Landschaft.

‘Landschaft’ wurden einst Herrschafts- und Verwaltungseinheiten genannt, die Leute in Geschichtsvereinigungen noch erinnert werden: ‘Ostfriesische Landschaft’, ‘Stader Landschaft’. Wenn solche Einheiten unter ‘Börde‘ geführt werden – Magdeburger Börde, Warburger Börde, Hildesheimer Börde – , wird neben dem Ort die Qualität des Bodens – ein Lößlehm – mitgeteilt. Für Fremde wird in Berichten bis ins 19. Jahrhundert i. d. R. von einer Gegend geschrieben, deren ‘Natur’ und ‘Kultur’ mitgeteilt wird. ‘Der Deutsche in der Landschaft’ [1]   führt Alexander v. Humboldt als Autor auf, der von der ‘Gegend’ dieses oder jenes Ortes schreibt, während C.F. Hirschfeld auffällig häufig und betont von ‘Landschaft’ schreibt. Worin ihm die Bildermaler und Stimmungsmacher bereitwillig folgen: ausgeräumt, eintönig, langweilig u.s.w. – Kritik aus dem Munde des Herrn Kommerzienrat, ‘der unverfälschte Alpen genießen will’ (s. A. Loos). Und so wird heute ‘Landschaft’ als Stimmungsbild und Landschaft a la Gegend absichtsvoll und unbegriffen synonym verstanden und benutzt, so dass die LeserIn sich ihre Vorliebe aussuchen kann, die nach der Neugier und dem Interesse wie den Kenntnissen der meisten (fast aller) LeserInnen bei der Landschafts-‘Malerei’ landet, wie sie im Stammbuch des Begriffes steht. Siehe dazu unter anderem Trepl, L. 2012 – Die Idee der Landschaft, der ungeniert den Gehalt des Begriffs in der ‘Schwebe’ läßt. Dass die ‘Geographische Landschaft’ einen berufsmäßig soliden Zugang zur wohl beschriebenen und bezeichneten ‘Landschaft’, – Natur und Kultur – einer Gegend zuläßt, wird vergessen oder übersehen. Die ‘geographische Landschaft’ – eine durch Naturausstattung und Bewirtschaftung gekennzeichnete und differenzierte Gegend, entspricht einer Karte der Realnutzung (Bewirtschaftung / Bodennutzung) und Nutzungsgeschichte sowie deren Abhängigkeit von oder dem Einfluß naturbürtiger Standortfaktoren. Diese sehr praktische und empirisch einsichtige Abbildung der ‘Landschaft’, die eine aktuelle und der gegenwärtigen Produktionsweise und Produktionsverhältnissen entsprechende ‘Interpretation der Nutzungsbereitschaft’ (vgl. E. Neef 1949) der Naturausstattung (s. a. Wittfogel, K. H. 1939/1972) darstellt, ist aus zweierlei Gründen obsolet geworden. Einmal durch den Siegeszug der Ideologiewissenschaft ‘Landschaftsökologie’ (s. C. Troll) und einmal durch die Aufhebung des Naturmoments für die agrarische Wirtschaftsweise durch technische Melioration, bei der am Ende und oft der Standort nur mehr als notwendige Standfläche in Rechnung (i. w. S. d. W.) gestellt wird. Das ist schon an der Veränderung des Anteils, der von den Bruttoeinnahmen eines landwirtschaftlichen Betriebes auf das Arbeitseinkommen entfällt, zu verdeutlichen:

Um 1960 waren von 100,– DM Bruttoeinnahmen 55% = 55,– DM das Arbeitseinkommen des ‘Bauern’ – der bäuerlichen Familie. Die Arbeit des Bauern bestand nicht darin die Anwendung meliorativer Maßnahmen zu beaufsichtigen, sondern mit beruflichem Können von hoher Wirksamkeit die naturbürtige Fruchtbarkeit wirksam zu machen, bei geringstem Aufwand eine große Ernte einzufahren. Heute rechnet man von 100,–€ Bruttoeinnahmen mindestens 90% als meliorative Betriebsausgaben für industrielle Produktionshilfsmittel und deren Nebenkosten. Es bleiben also nur 10% (höchstens) der Bruttoeinnahmen für das Arbeitseinkommen übrig. Nicht mehr der für die Ernte möglichst günstige ‘Einsatz’ der naturbürtigen Produktionshilfsmittel (= Fruchtbarkeit) ist Arbeit des Bauern, sondern die Beaufsichtigung des ganzen chemisch-technischen Produktionsapparates – er ist also nicht mehr ‘Bauer‘ sondern Angestellter / Handlanger der Ertragsmanipulation. Das Risiko von niedrigen Preisen und ‘schlechtem’ Wetter trägt der Handlanger nach dem Programm: der Bauer ist Unternehmer.

Deshalb ist es angemessen und zutreffend, von ‘industrieller Agrarproduktion’ zu sprechen; und nicht mehr vom Bauern sondern vom Farmer.

‘Betrieb’ der Gegend.

Noch bis in die 80iger Jahre war das statistische ‘Gemeindehofprinzip’ (s. B. Gehlken NB 36, 1995:200-292) Mittel für eine wunderbare Abbildung der bäuerlichen Betriebsformen und Wirtschaftsweisen einer ‘Gegend’, in der sowohl die Betriebsgrößenstruktur wie die Viehhaltung und die Landbewirtschaftung abzubilden waren. Dabei wurde vor allem der lokale Bodennutzungstyp in Anpassung an Boden (-fruchtbarkeit) und Lokal-/ Regionalklima aufgezeigt – z.B. Kartoffel-, Roggen- oder Zuckerrüben-Bodennutzungstyp -. Betriebsvereinfachung (= Spezialisierung) und Betriebsvergrößerung durch Zupacht, die spätestens Ende der 80iger Jahre aus den Bauernbetrieben zu agrarischen Industrieunternehmen führte und eine Verringerung der Betriebe auch in den Moorhufensiedlungen des Teufelsmoors von ursprünglich ca. 40 Betrieben auf 500 ha je Dorf auf 1 bis 3 Betriebe je Siedlung. Obwohl nach der endgültigen Beseitigung der ‘Wasserhypothek‘ in den 50iger bis 80iger Jahren das Land zur Ackerfähigkeit entwässert wurde und seit etwa 1980 – mit ersten Boxenlaufställen, Schwemmentmistung (Gülle) –  der Ackerbau von Mais für Silage dominiert, sagt dies wenig über die Betriebsorganisation aus. Hinter dem Mais können sich verschiedene Betriebstypen der Rindviehhaltung verstecken, wie auch die Produktion der Maissilage als Rohstoff für die industrielle Gaserzeugung, die mit der Ausrufung der ‘nachwachsenden Rohstoffe‘ ein wunderbares Geschäft der Anlagenbauer ist.  Die Bodenproduktion sagt wenig über den Betrieb. Der einseitig spezialisierten Bodenbewirtschaftung folgt – auf der Suche nach der angeblich profitabelsten Verwertung des Ertrages – eine verwirrende und zufällige Spezialisierung der Verwertung, die bis auf den Verkauf des ‘Rohstoffs’ alle höchst kapitalintensiv aber wenig preissicher sind. Selbst, wenn eine statistische Erhebung ausgewertet würde, kommt als Information fürs ökonomische Verständnis einer Gegend wenig bis nichts heraus. Selbst die Betriebsgrößen sind nicht ganz zuverlässig, weil Flächen hin und her unterverpachtet werden. Was bleibt und sichtbar ist, ist die Zusammenfassung vieler Flurstücke verschiedener Eigentümer zum ‘Flurstück’ eines Besitzers. Das hat in einer Gegend, die erst nach 1750 auf der Basis kleiner Wirtschaftshufen besiedelt und in etwa 100 Jahren Arbeit ‘urbar’ gemacht worden ist, gravierende Folgen für das ‘Landschafts’-Bild. Das wird erst so allmählich sichtbar, weil Anwesende die zunächst kleinen Veränderungen nicht wahrnehmen. Erst seit 10 – 15 Jahren mit vorherrschendem Silage-Mais-Anbau von über 50% der Kulturflächen fallen die Durchsichtigkeit und weite Ausblicke, wie es Pückler von der Kunst der Landschaftsgestaltung fordert, dem aufmerksameren Einheimischen auf. Der Aufruf und die Subvention des Anbaus ‘nachwachsender Rohstoffe’ war der Startschuss zur neuerlichen ‘inneren Kolonisation’ und Industrialisierung samt Zersiedelung mit Industriebetrieben. Die Konzentration des Bodenbesitzes (nicht des Eigentums) durch Pacht wird in der Gegend erst sichtbar, nachdem die Grenzspuren der Wirtschaftshufen von den aktuellen Besitzern / Bewirtschaftern entfernt werden.

Das Bild deuten.

Den Landschaftsgeographen ist immer wieder vorgehalten worden, dass ihre Wahrnehmung und Schilderung des Gegenstands bildungsbürgerlich geprägt sei. Was zutreffender eher Biologen, Natur- und Heimatschützern und Garten- und Landschaftsarchitekten, die bis heute nichts Klügeres verstanden haben, vorzuwerfen ist, gilt auch für die Kunstpropaganda Worpswedes, die mit einer ‘Landschaft‘ und ‘Verbundenheit‘ schwärmt, die den MalerInnen nicht nur fremd war, sondern unnahbar geblieben ist (siehe Hülbusch, I.M. 2007/2017 – NB 90: 15 – 44. Gärten und soziale Bewegungen). Wir stimmen G. Hard (1996) zu, dass die wehmütigen Betrachtungen in den Texten der Geographen, ihre Verständnisfrage nach der Bedeutung der ‘Bilder’, der Frage des Verhältnisses von Arbeit und Ernte in Bezug zum Naturmoment gedient war. Hards semantische Untersuchung „Die ‘Landschaft’ der Sprache und die ‘Landschaft’ der Geographen“ ist eine spannende Darlegung des Missverständnisses der sprachlichen Botschaft eines klischierten Begriffs, mit dem heute wie damals selten das Verständnis und meist das Geschäft – oder die Vorteilsnahme – befördert werden soll.

Landschafts-Bild.

Wir können die Landschaft und deren Bild, Erscheinung, nach drei Bedeutungen unterscheiden. Da ist zuerst die beliebteste und gemeinte Bedeutung:

Das Bild zum Bild.

Es gibt neben der Bibel fürs Bild – (Hirschfeld, Ch.C.L. 1782-85), gemalte Bilder (z. B. Caspar David Friedrich u. a. Romantiker), deren man sich für das hausgemacht vorgestellte Bild -i.d.R. eine ideale Mittelgebirgslandschaft- bedient, und die seit Breughel und Zeitgenossen als eine Art Erbauungsbilder wie Heiligenbildchen als Drucke verbreitet wurden. Je nachdem, woher man sein Abbild bezieht – manche Profis probieren es ja mit Kopien beim ‘Grünen Fürsten‘ – wird eine Gegend im Vergleich als Landschaft akzeptiert. Wie weit das bildungsbürgerliche ‘Bild der Landschaft‘ unbewußt mitgeschleppt wird, vergegenwärtigt das gemalte ‘Bild‘ von Birte Hölscher (1917) und das photographierte ‘Bild‘ von H. Böse-Vetter (2019) –siehe S.7-. Die Artefakte einer altertümlichen –heute entwerteten- Ausstattung schmücken romantisch den Vordergrund und lenken von den aktuellen Zeichen ab, hebt also die Diskrepanz der Zeitzeichen auf (Weidezaunreste am Rande eines Ackers).

Das Bild der Interessen.

Auf die genau es der tatsächlich lesenden, also interessiert verständigen BeobachterIn ankommt. Die BetrachterIn nimmt das Bild als Artefakt von Tätigkeiten und Handlungen auf der Basis einer geschichtlich gegebenen Naturausstattung.

Das Bild hat nicht die Aufgabe bei der BetrachterIn Zufriedenheit oder Kritik im Vergleich zum Abbild, dem Topos, zu ermöglichen; es ist Zeichen, Information, Indiz für die Kenntnisse und Interessen der Deutenden – wie das von Romano Guardini treffend erzählt wird. Weil der städtische Normalmensch (und wer ist das heute nicht) diese Zeichen nicht zu lesen vermag, findet Kurt Tucholsky (1957/1991), dass dieser sich i. d. R. in der ‘Landschaft’ langweilt, wenn’s nicht grade ein Event gibt, das heutzutage von Naturschützern zum Zwecke des Beweises ihrer Wichtigkeit angezettelt wird.

Dabei ist (siehe K. H. Hülbusch 2018 – NB Ks. Sch. 89: 186-203) der Behauptung, die MalerInnen und andere hätten das Teufelsmoor ’gemalt‘, zu widersprechen. Die Wirtschaftshufen der Teufelsmoorbauern, die jedenfalls zur 19. Jahrhundertwende Einkünfte wesentlich vom Torfabbau und Verkauf erwarben, waren nicht zu malen. Porträts der Torfkuhlen sind nur Ausschnitte wie die vielen Interieurs mit Gebäuden und Leuten. Die ‘großen’ Landschaften sind von den Flußniederungen (Hamme, Wuppe), der Geest und dem Geeststrand – alle mit hohem, beliebt blau-weißem Himmel und tiefer Perspektive in die Entfernung gemalt: Landschaft. Die Nahbilder dagegen erzählen Geschichten vom Leben, der Arbeit und den Arbeitsgegenständen. Doch das ist bis auf die Fiktion ‘Landschaft’ Geschichte: Vergangenheit. Die Menschen waren für die MalerInnen eine Art Zoo, wie aus einem Brief von F. Mackensen an R. M. Rilke hervorgeht:

„Die Leute schon so zu sehen ist famos; nun denke Dir aber diese interessanten Leute bei einem Missionsfest, tief andächtig, unter freiem Himmel. Heute fuhren wir per Wagen nach einem nahen Dorf, und ich hörte bis abends vier Prediger. Das heißt, ich skizzierte während dieser Predigten die andächtigen Leute. Ich bin ganz selig bei dem Gedanken, später ein Bild davon malen zu können.“

Das gibt’s und trägt den Titel: „Gottesdienst im Moor“.

‘Landschaftsbilder’ mit Interesse am Land zu sehen, im Hinblick auf die Wirtschaftsweise und die Geschichte der Landbewirtschaftung und der zeitgemäßen wirtschaftsbedingten Naturausstattung, heißt: Die BetrachterIn einer Landschaft sieht nicht das Bild als Eindruck, sondern benötigt Kenntnisse und Wissen, nach denen sie die Ursachen für das Abbild erkundet, also den Ausdruck als Indiz deutet.

Wenn wir z. B. die ‘Landschaftsbilder’ der Worpsweder MalerInnen im Hinblick auf die Auslegung der Naturausstattung betrachten, können wir bei einiger Übung und der Kenntnis pflanzensoziologisch nachgewiesener Pflanzengesellschaften die Bedeutung des Naturmoments für die Wirtschaftsweise nachzeichnen. Wir können mit einiger Vorsicht auch das äußere Bild, die Erscheinung charakterisieren.

Verständnis und Interesse

Die Kennerin sieht im Bild was ihre Neugier und ihr Interesse anregt: das ‘Landschaftsbild‘ im Hinblick auf die Wirtschaftsweise und die Geschichte der Landbewirtschaftung, auf den Reichtum, die Ernte und Vorräte, die menschliche Geschichte der Natur.

Guardini weist darauf hin, dass außer dem bildungsbürgerlichen Klischee von der schönen, richtigen Landschaft, die BetrachterIn eine Gegend nach ihren Kenntnissen und Interessen vom Gegenstand lesen könne. Der photographisch gleiche Gegenstand wird nach Verstand und Interesse mit verfügbaren Kenntnissen – Erfahrungen- verglichen. Auch Tucholsky erzählt von der Langeweile, die den Ahnungslosen ergreift, wenn er/sie vor der ‘Landschaft‘ steht:

„Sieht man von Spezialanschauungen ab: von dem geübten Blick eines Ski-Fahrers, der keine Natur, sondern Gelände sieht, (…), vom MG-Schützen, der keine Natur, sondern Schußfeld sieht – es ist ja in den meisten Fällen nicht wahr, daß der Reisende, frisch aus der Eisenbahn, mehr zustande bringt als eine Dreiminutenverzückung, (…) (Tucholsky, K. 1957/1991: 110)

Bis auf das Interesse an der Geschichte des Ortes sind die Interessen am gegenwärtigen Zustand gelesen, im Moment. Dem Zustand ‚hier und jetzt‘ wird Dauer unterstellt. Es sei denn, die KenneriIn kennt sich in der Geschichte aus und stellt die Gegenwart in eine Zeitreihe, so wie wir das von Landschaftskundigen erwarten. L.Trepl (2012: 31) schreibt von

„Landschaft: Kunstwerk in statu nascendi“,

was es mit Sicherheit schon vom Begriff Kunstwerk her nicht ist. Weist aber auf die mehr oder weniger intensive Veränderung, was in den letzten 20, 30 Jahren in bisher nie dagewesenem Tempo geschah, hin. Im Gegensatz zur tatsächlichen Veränderung im Laufe der Wirtschaftsgeschichte ist das ‘Ideal‘ des Landschaftsbildes eine recht stabile Vorstellung, unveränderlich, statisch, zeitlos, und hat die ‘Störungsfreiheit des Weltverlaufs‘ (A.Gehlen) zu demonstrieren. Natur-, Landschafts-, Denkmal-, Heimatschutz, gartenkünstlerische Restauration versuchen diese Sicherheit mit ‘Einbalsamierungsritualen‘ (Th.W. Adorno) aller Art tatsächlich und erfolglos herzustellen. Wie auch L. Trepl, der mit seinem Hinweis nur davon ablenken will, daß er irgendein Bild fixieren möchte, weil die Arbeit, derer sich das ‘Bild‘ als Ausdruck verdankt, für ihn unwichtig ist. Es gilt, dass die Erklärung zum ‘Kunstwerk‘ gegebenenfalls mit Hilfe ‘alter‘ Abbildungen restaurativ vollzogen wird. Wenn wir z.B. die ‘Landschaftsbilder‘ Worpsweder MalerInnen im Hinblick auf die Naturbasis  (Geologie) und die durch menschliche Arbeit gravierend beeinflußte/ veränderte Naturausstattung (insbesondere die Vegetation) betrachten, können wir bei einiger Kenntnis und Übung in Vegetationskunde –inkl. Pflanzensoziologie, die Bedeutung des Naturmoments für die Wirtschaftsweise um 1900 nachzeichnen. Deshalb können wir auch sagen, welche Art ‘Landschaft‘ –vom Bauern aus betrachtet, sie gemalt haben: was ihr Topos war. Wenn wir (tendenziell ‘Städter‘) verstehen wollen, was das gegenwärtige Bild von der Wirtschaftsweise mitteilt, was nur umständlich direkt und unmittelbar zu ersehen ist, müssen wir die Veränderung des Bildes seit dem Zeitpunkt eines dokumentierten Gedächtnisses nachzeichnen. Also 2020 zu 1960. Die interessierte, kundige Betrachtung wird nur möglich durch eine geschichtliche, also menschengeschichtliche Betrachtung, nach der Wirkung und Ursache der Veränderung zu verstehen sind. Die interessierte Betrachtung kann im historischen (Schulbuch-)Wissen erschöpft sein oder in Zukunftsmusik verspekuliert werden, wie es Technokraten des Fortschritts machen. Verstehende Anschauung findet oder sucht in der Gegenwart –gemessen am Typus 1960- die Dokumente aus älterer Zeit als Erinnerung an die Stadien des Wandels. Die Gegenwart wird lesbar im Unterschied zu den noch als Reste und Fragmente vorhandenen Dokumenten der Vergangenheit, den Artefakten. Das wäre auch mit z.B. Sozial- und Agrarstatistiken möglich. Es ist nicht nur umständlicher, es ist im wahrsten Sinne des Wortes auch unsinnlich, unbildlich, findet keinen Ausdruck. Die Erscheinung und deren Wandel erlaubt es eher, eine Geschichte zu erzählen, wie sie die Reisenden in früheren Zeiten von den verschiedenen Gegenden zu berichten wußten.

„Nicht alle sind im selben Jetzt da. Sie sind es nur äußerlich, dadurch, dass sie heute zu sehen sind. Damit aber leben sie noch nicht mit den anderen zugleich.

Sie tragen vielmehr Früheres mit, das mischt sich ein. Je nachdem, wo einer leiblich, vor allem klassenhaft steht, hat er seine Zeiten. (…) Verschiedene Jahre überhaupt schlagen in dem einen, das soeben gezählt wird und herrscht. Sie blühen auch nicht im Verborgenen wie bisher, sondern widersprechen dem Jetzt; sehr merkwürdig, schief, von rückwärts her.“ (Bloch, E. 1932/ 1973: 104) [2]

Die Gegend erhält eine Landschaft.

Die Hammeniederung war, bis die Bauernwirtschaft durch die ‘Naturwirtschaft‘ (ohne Ertrag aber mit Abfall) enteignet wurde, gegenüber den Moorhufensiedlungen leer. Parallel zur Enteignung der Bauernwirtschaft in der Hammeniederung – etwa ab 1980 mit der Einführung von Grassilage und Spaltenböden für die Schwemmentmistung (Gülle), beginnt in den Moorhufensiedlungen die Konzentration des Bodenbesitzes mit Rückgang der Betriebe nicht nur bei Nebenerwerbsbetrieben sondern auch bei Haupterwerbsbetrieben. Je Hufensiedlung mit 40 bis 50 Hofstellen von +/- 12 ha Land, also ca. 500 ha sind zwei bis vier Betriebsstätten übrig geblieben. H. Lührs hat (2014/2018 NB Ks.Sch. 89: 188-191) diesen Wechsel vom Bauernhof im Eigentum zum technisierten Industriebetrieb mit Pachtland, die mit einer stillen Flurbereinigung nach Aufgabe staatlich erzwungener Flurbereinigungen um 1975 einherging, dargelegt. Diese Zentralisierung des Bodenbesitzes, also der Verfügungsrechte, ist Ausdruck der veränderten Produktionsverhältnisse, die wie die Produktionsweise in der Gegend zum Ausdruck kommen muss. Das muss gesehen werden können, auch wenn der fast flächenhafte Anbau von Silage-Mais nicht nur ab Mitte Juni jeden Ausblick zuwächst und gleichzeitig keinen Schluss auf den Gebrauch der Ernte zuläßt – z. B. für Viehfutter oder als ‘Futter’ für Gaskonverter, für die der irreführende Name ‘Biogasanlage’ eingeführt ist. Der Großgrundeigentümer Naturschutz hat in der Hammeniederung die kleinen Zeichen der Bauernwirtschaft ausgeräumt. Das fällt der oberflächlichen (interesselosen) Betrachtung des Naturgenießers und Gutmenschen nicht auf: Hauptsache Natur. In den Moorhufensiedlungen, den Ungemalten, fällt die massive Veränderung der Agrarstruktur im Landschaftsbild unübersehbar auf: und niemand sieht das. Weil es niemanden interessiert? Ist halt so.

Maler malen Bilder.

Matisse hat anekdotisch auf eine Frage nach der Gegenstandswiedergabe seiner Bilder geantwortet, dass er nicht Frauen sondern Bilder male. Dokumentarische Gehalte von Bildern können wir deshalb getrost zu den unbeabsichtlichen Mitteilungen rechnen. Da Abbildungen aus den Moorhufensiedlungen in der Tradition der Worpsweder Malerei fehlen, fehlt der Anlass für eine Tradition des Sujets bewusster und dokumentarischer Abbildung. Und das obwohl seit 5, 10, 15 Jahren dieses einfache, flache Land, das so gut wie keine Sensationen zu bieten hat, geradezu überraschende ‘landschaftliche‘ Ausblicke von ‘ästhetischem Reiz’ bietet. Wir haben vor einigen Jahren ein Bild erworben (Birte Hölscher 2017). Der Titel ‘Äcker in Blau’ klärt die BetrachterIn darüber auf, dass sie eine Farbkomposition anschaut. Die Geschichte, die das Bild – unabsichtlich – ‘aktualistisch’ erzählt, scheint Nebensache zu sein (Weidezauntore führen auf –Mais-Ackerland)

Wir haben schon darauf hingewiesen, dass H. Böse-Vetters Foto vom April 2019 ohne Absicht, nur weil wir alle so die Bilder -mit Vorder-, Mittel-, Hintergrund, mit Schichtungen oder Fluchtlinien in die Tiefe- auszuwählen gelernt haben, eine gleichartige Bildkomposition hat.

Blick in die Geschichte.

Es gibt Dokumente, Artefakte zeitbedingter Gestaltungen, die Herkunft und Geschichte ‘erraten’ lassen. In einer ‘jungen’ und vollständig vom Menschen überformten – bei Lichte besehen eine durch Tagebau geschaffene Gegend (Bergbaufolgelandschaft), die rationalistisch vollständig aufgesiedelt wurde, ist zu erwarten, dass ständig ‘ursprüngliche’ Erscheinungen aufgehoben werden. Zur Zeit der Optimalphase der Kultivierung, die mit einer ökonomischen Konsolidierung der Bauernwirtschaften einhergeht – so um 1960 – setzt eine Intensivierung in der bestehenden Agrarstruktur, die sehr einheitlich ist, ein. Das beginnt mit dem Übergang zu städtisch fundiertem Erwerb mit bäuerlicher Nebenerwerbswirtschaft. Der folgt bis auf Ausnahmen später dann – mit der nächsten Generation – die Betriebsaufgabe und Landverpachtung. Flankiert wird diese Umstrukturierung agrarpolitisch und – mit Auswirkungen auf die Bewirtschaftung – durch wasserbauliche Maßnahmen, die mit ‘Abschaffung’ der sogen. ‘Wasserhypothek’ (1960 – 1980) das absolute Grünland ackerfähig machen sollte:

„Es gilt das leistungshemmende, ertragsunsichere (…Anm./ BG) Grünland zügig und vollständig zu meliorieren.“ (Sommerkamp, G. (Hg.) 1958, in: Gehlken,B. 1995:278)

Diese Melioration – sprich: Entwässerung- und deren Prämisse kritisierte E.Klapp bereits 1949:

„Das Grünland, besser gesagt die Grasnarbe, wurde weithin als das betrachtet, was sie gerade nicht ist, als mehr oder weniger verunreinigte Reinkultur einiger Gräser und Kleearten, als etwas Gegebenes und nur mit Ackermethoden zu verbesserndes.“ (ebenfalls bei B.Gehlken 1995: 279).

Seit ca. 1980 wird die Ausstattung und Erscheinung des Teufelsmoores, die Gegend mit den Moorhufensiedlungen durch städtische – bin hin zur agrar-industriellen Besiedlung peu a peu umgewidmet. Insbesondere werden durch Neuformierung der Flurstücksgrößen die meist von ‘Niederforsten’ (s. Busch, D. 1996 / NB 38) gesäumten Hufengrenzen aufgehoben, weil sie die flächige Bewirtschaftung ‘stören’. Die entfernten Bestandsstücke aus der Geschichte sind unsichtbar. Heimische sehen die Veränderung, zu der sie kontinuierlich anwesend sind, und halten fast wie Fremde das, was es grade gibt, für den historischen Bestand. D. h. nur die Erinnerung oder sekundäre Artefakte / Dokumente – Fotos, Bilder, topogr. Karten – können über die Veränderung Auskunft geben. Oder: der Vergleich von Orten, die noch altertümlich ausstaffiert sind mit solchen, die schon aktualistisch ‘modern’ sind.
Die Landschaftsschützer, Naturschützer und Touristen, also Leute mit städtischen Interessen, betrachten ‘Landschaft’ – wie sie die Gegend nennen – statisch, als Bild: fixiert, unveränderbar. Zeit und arbeitender (wirtschaftender) Mensch sind ebenso ausgeschlossen wie – ohne diese Arbeit – die Vegetationsdynamik. Die statische Vorstellung von der Gegend als landschaftlicher Schönheit, die das Gemüt erheitert und anregt, lässt sie den Menschen als handelndes und arbeitendes Subjekt vergessen und aussperren. ‘Landschaft’ ist unbelebt vom Menschen, tendenziell zeitlos schön, weil hier die Natur herrscht. Aus diesem edlen Grunde fehlt in den Lobliedern auf die ‘Idee der Landschaft’ (s. Trepl, L. 2012) die anthropogene Überformung, das anthropogene Gesicht der ‘natürlichen’ Ursachen der Wirtschaftsgeschichte (Wittfogel, K. H. 1932/1972). Die städtische Bürokratie des Naturschutzes hält die anthropogene Vegetation und deren Zoozoenosen für Natur und merkt nicht die Unfähigkeit, die Arbeit des Bauern nachzuahmen, durch die Absicht nichts zu ernten. Auch diese ‘Landschafter‘ propagieren menschenleere Gegenden – bis auf die gemütsensiblen Experten, die jetzt über einen Naturpark Hamme-Wümme-Teufelsmoor brüten.

Reise in die Moorhufensiedlungen.

Wir setzen die wirtschaftsbedingte Erscheinung und Naturausstattung um 1960 als Stunde 0, als Maßstab, zu dem hin die Veränderung des gegenwärtigen Zustands gemessen wird. Dieses Verfahren ist dem methodischen Prinzip von Ersatzgesellschaften zur potenziell natürlichen Vegetation vergleichbar. Wobei hier die pot. Nat. Vegetation auf die tendenziell fiktive Naturausstattung einer Tagebau-‚Landschaft‘ bezogen ist. Die ersten Ersatzgesellschaften der pot. Nat. Vegetation der Moorbirken-‚Wälder‘ auf entwässertem Torf und/oder nährstoffarmen Sandersubstrat bei hoch anstehendem Grundwasserstand, sowie gestörter Wasserführung (Entwässerung) sind Caricion fuscae- kennartenlose Calthion- und Arnoseridion-Unkraut-Gesellschaften sowie sehr vielen punktuell auftretenden wie linear verbreiteten Begleitgesellschaften. Diese alle gediehen zur Zeit der konsolidierten Bauernwirtschaften um 1960 noch. Es gab auch noch nicht abgebaute Torflagerstätten, die nur extensiv bewirtschaftet und mit Erica-Calluna bzw. Gagelgebüschen bewachsen waren. Zwischen 1965 und 1970 wurden dann noch mal gravierend wirksame Entwässerungen (s.o.) durchgeführt, die das tendenziell ‚absolute Grünland‘ in ackerfähige Fläche verwandeln sollten. Jetzt, etwa 50 Jahre später ist der flächenhafte Entzug des Wasservorrats so weit fortgeführt worden, dass trockene Sommer immer als Katastrophe ausgerufen werden oder wie im benachbarten Lilienthal katastrophenverliebt als Klimanotstand herhalten müssen.

Die derzeit gedeihende Begleitvegetation ist soweit durch absichtliche und unabsichtliche Melioration nivelliert (anthropogene Beeinflussung der Wuchsorte), dass die Herkunft aus der (sekundären) pot. nat. Vegetation nicht mehr hergeleitet werden kann. D.h. die Herkunft und der Weg zu dieser ‚Natur‘ sind nur noch archivalisch zu erschließen und stellen allgemein den relativen Schlußpunkt der Synanthropie dar. Hinsichtlich der Produktionsweise und der Produktionsverhältnisse sind weitere Industrialisierung und Zentralisierung des Besitzes im Hinblick auf die Naturausstattung unerheblich. Wenn das Naturmoment die naturbürtige Basis der Fruchtbarkeit durch technische Melioration aufgehoben, unwichtig gemacht worden ist, ist jede Berufung auf die Natur sinnlos geworden. Es ist dann egal ob das Fleisch, das gehandelt wird –‚clean meat‘ – aus der Retorte mit all den Abfällen und Folgelasten chemischer Produktion stammt, oder Fleisch von Kühen, deren Futter wie ‚clean meat‘ produziert wird, ist. ‚Clean meat‘ hat den Vorteil, dass nicht nur Bäume, Sträucher, Wiesen und Moore dekorative Versatzstücke einer beschaulichen Gegend sind, zwischen den man angenehm berauscht herumwandeln und süße Träume haben kann, sondern auch die Tiere vom Wolf bis zum Wisent, von der Katze bis zum Tiger, zum Kuscheln aufgestellt ebenso gelangweilt herumschlendern wie die darüber Begeisterten. Noch sind wir nicht so weit und dürfen uns über Widersprüche erfreuen, die das Leben manchmal auch anstrengend machen, als –wie Anthropologen und Ethnologen immer vortragen,

„existenziell auf die Handlung angewiesene Wesen“ (Gehlen,A. 1957:8),

die darauf angewiesen sind, nur auf überlegte und strittige Entscheidungen hin ihren Lebensort und die Lebensbedingungen herzustellen.

Die Neugier dient nicht zuerst den Absichten irgendwelcher Beeinflussung, der ‚Handlung‘, sondern dem Verständnis dessen, was da bisher unreflektiert, unverstanden passiert; und akzeptiert ist. ‚Entsinnlichung‘ und ‚Vergegenständlichung‘ sorgen dafür, dass wir uns daran gewöhnen, den Sachzwängen die Entscheidung zu überlassen – wohl wissend, dass die Entscheidungen letztendlich zufällig und nach Machtinteressen getroffen werden, bevor sie dann gemeinhin akzeptiert werden. Ein Exempel: Die Industrialisierung der Landwirtschaft ist eine Erfindung der Militärindustrie (Siehe Ledermann, B.) die synthetischen Stickstoff, das Abfallprodukt Thomasphosphat, DDT, Agent Orange, Tanks/Panzer, Computer und ‚künstliche Intelligenz‘, an die Binnenkolonie des eigenen Landes konversiert verkaufen will. Die Agrarpanzer sind inzwischen so leise, dass deren ‚Truppenübungen‘ nicht mehr zu hören sind – der ‚Krieg‘ lärmgedämmt fast lautlos über die Bühne geht. Wenn man widersprechen will, ist es heute nicht mehr mit dem offenbaren Widerspruch getan. Wer für die Zukunft demonstriert, hat weder die Gegenwart durchschaut noch eine Ahnung von der Vergangenheit -als Geschichte dieser Gegenwart- und fällt auf die Propagandisten des Fortschritts der Technologie/ Industrialisierung herein; also auf den kapitalistischen Markt des Fortschritts, den Ersatz des Gebrauchswertes durch das Gebrauchswertversprechen. Das z.B. in Hirschfelds „Theorie der Gartenkunst“ hervorragend und gültig für alle Zeiten vorgetragen wird.

28.3. – 4.4. 2020

Wir haben überlegt, wie selbst nicht gemachte Erfahrungen gesammelt werden können. Noch gibt es alle Wechsel der Ausstattung vom ‘Original’ um 1960 – 70 bis auf großflächige Bewirtschaftungen, in der kein Stück der Merkmale der Wirtschaftshufen mehr vorkommt. Wenn wir die zur ‘Eichung’ unserer Bilder vor Ort anschauen, können alle an jedem Ort sagen welche Phase der Veränderung hier und da zu sehen ist.

Das scheint uns eine tüchtige Vorgehensweise, nach der auch eine Übersicht der charakteristischen Merkmale aufgestellt werden kann, zu sein: ein Merkmalsbuch für Ortsaufnahmen. Das müsste gehen. Zweitens wäre eine Abbildung wünschenswert, wie sie z. B. im NB 44 / 1996 – Plätze in Bremen typisierend gezeichnet sind. Eine Zeichnung, Skizze wäre prima aber zeitaufwendig und nicht jederfrau /manns Sache. Fotos: mit Vorsicht und höchstens 1, 2 je Fall, weil wir uns sonst damit tot schlagen. So müsste die Veränderung aus den letzten 60 Jahren abzubilden sein. Und, wenn‘s uns interessiert, nach der Landschaftlichkeit einzuordnen. Die Auswertung zweier statistischer Perioden der Agrarstatistik – 1960 – 2010 wäre prima, kriegen wir aber wohl nicht gebacken (s. Gehlken, B. 1995 – NB 36 / Von der Bauerei zur Landwirtschaft).

Um weiter planen zu können benötigen wir einen ersten Überblick über das Interesse.  Deshalb bitten wir uns eine Rückmeldung zu geben bis Ende 2019. Weiteres und Genaueres teilen wir dann mit.

Ort und Datum stehen schon fest:

Quartier: in Adolphsdorf (und eventuell die eine/andere Ferienwohnung)

Zeit:         28.März bis 4.April 2020.

Mit herzlichen Grüßen

 K. H. Hülbusch und H. Böse-Vetter Okt./Nov. 2019

[1] s. Borchardt, R. 1925/1989 – Der Deutsche in der Landschaft

[2]   „Auf diese Weise charakterisiert Ernst Bloch in „Erbschaft dieser Zeit“ 1932 die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Für Bloch ist die Rede von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen eine Erklärungshilfe für die Entstehung des Faschismus. Für andere stellt es überhaupt eine Erfahrungssignatur der neuzeitlichen Gesellschaft dar.“ (Burkhard Conrad, 2015. https://rotsinn.wordpress.com)