Notizbuch 74

Hausen statt Wohnen
Käthe Protze
(2009) DIN A5, 208 Seiten, (13,25 Euro)

Neue Leitbilder bedeuten nicht automatisch neue Qualitäten. Diesem Phänomen geht die vorliegende Arbeit anhand städtebaulicher Leitbilder und daraus erfolgten Siedlungsentwürfen seit den 1920er Jahren nach. Die Begriffe „Hausen“ und „Wohnen“ werden genutzt, um unterschiedliche Beurteilungsstränge der Arbeit darzulegen.
„Hausen“ steht für ein Denken, dass an der Gebrauchsökonomie des Alltags orientiert ist. In den Vordergrund gerückt wird häusliches Wirtschaften als ökonomische Grundlage und ein Tätigsein der Menschen. Haus, Hof und Straße erhalten eine wichtige Rolle als Gebrauchsorte für viele verschiedene ökonomische und soziale Situationen.
Im Gegensatz dazu wird „Wohnen“ für die Idee von Freizeit als Gegenpart zur Erwerbsarbeit gesetzt. In diesem Zusammenhang gelten Wohnung und Siedlung als Orte der Erholung. Repräsentatives Grün soll dies unterstützen, zum Schutz werden Verkehr, Arbeit und Fremde fern gehalten.
Die Hartnäckigkeit, mit der „Wohnen“ immer wieder neu in Szene gesetzt wird, wird ersichtlich in der Beschreibung verschiedener städtebaulicher Leitbilder, die seit den 1920er Jahren formuliert und umgesetzt wurden. Egal ob modern, organisch, autogerecht, urban, nachhaltig oder frauengerecht – deutlich wird, dass mit dem „Wohnen“ zugleich monolithische und spezialisierte Siedlungsorganisationen beabsichtigt und gebaut werden. Nicht nur der privat verfügbare Raum ist eingeschränkt- der öffentliche Raum wird auf wenige Orte zentralisiert. Dementsprechend bieten diese Siedlungen bis heute nur wenige Verhaltensangebote und geringe Anpassungsfähigkeit.
Wo das „Hausen“ und damit das Tätigsein der Menschen Platz findet, zeigt der Vergleich mit Stadtteilen (zumeist der Gründerzeit und älter), die nach wie vor als städtisch und lebendig wahrgenommen werden. Anhand wesentlicher Prinzipien wird gezeigt, welche Formen der Erschließung, Parzellierung und Bebauung Voraussetzungen dafür bieten, dass viele verschiedene ökonomische und soziale Lebensweisen sich einrichten können und ein Nebeneinander von häuslichem und gewerblichem Wirtschaften möglich ist. Ihre Prinzipien werden in einen Vorschlag eingearbeitet, wie Gender Mainstreaming im Sinne eines Blickwechsels für die Planung nutzbar gemacht werden kann.
In einem theoretischen Anhang werden einzelne Themenschwerpunkte vertieft. Sowohl Aspekte der Professionsgeschichte als auch der Alltagsökonomie werden aus Geschlechter-Perspektive untersucht. In dem Zusammenhang wird auch die aktuelle Diskussion über Gender und Diversity als sinnvolle Ergänzung zur Freiraumplanung vorgestellt. Anhand einer Einfamilienhaussiedlung wird gezeigt, wie diese Theorien dazu beitragen, strukturelle Benachteiligungen zu erkennen.

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Notizbuch 73

Reisen. um Fragen zu finden
Bernd Sauerwein (Red.)
(2008) DIN A5, 200 Seiten, 9 Tabellenbeilagen (13,25 Euro)

Gesamtinhaltsverzeichnis Eifelreise

Gelegentlich muss explizit daran erinnert werden, dass die Reise nicht der Zerstreuung sondern, wie Appel (1992) empfiehlt, der Erinnerung dient. Manche Reisen sind einem konkreten Anlass, einem Besuch oder einer Besor­gung, z. B. des berühmten ‚Kilochen Nägels‘, gewidmet. Andere Reisen die­nen dem Vergleich und der Versicherung des Bekannten und sind der Kontemplation sowie der Schulung der Aufmerksamkeit verpflichtet. Solche Reisen sind mit einer Einkehr am fremden Ort zu vergleichen und werden erzählend mitgeteilt.
„Erzählerinnen sind Erfahrene, Kundige. Zwischen dem/der Erzählerin und seinem/ihrem Stoff besteht eine handwerkliche Beziehung. Ein/e Erzählerin bearbeitet den ‚Rohstoff der Erfahrung‘ (…) auf eine solide und nützliche Art und Weise, so daß die Geschichte immer auch einen Rat enthält“ (Gehlken 2000: 260).
Was man so unmittelbar und direkt sieht, ist wirklich, ohne gleichzeitig auch wahr zu sein. Wir lesen gemäß unseren Kenntnissen und Erfahrungen in die äußere Wirklichkeit eine Wahrheit hinein; wir werten und deuten, was wir se­hen, weil wir die Dinge auch i.S. von Zeichen betrachten. Doch, wer nicht auf den Vordergrund hereinfallen will, muss gelernt haben, die Geschichte in den Dingen zu entschlüsseln, also sie zu lesen wie einen Text. Arglos trauen wir jedem, der eine Geschichte erzählt, zu, daß er zu lesen vermöchte. Und so geschieht es oft, dass wir den Scharlatanen oder die Suggestion der wahren Verheißung nicht vom Geschichtenerzähler zu unterscheiden wissen. So hat z.B. die ‚Katastrophenphantasie‘ aller möglichen Zukunftsprophezeiungen Konjunktur, weil sie im Gewand des Reichtums an Wissen und Erfahrung verkleidet auftritt:
„Das, welches am schönsten zu sein scheint und die größten Blutbäder anrichtet, heißt ‚Das Glück der künftigen Generationen‘. Seit einem halben Jahrhundert hat das sogenannte Glück der zukünftigen Generationen das Unglück aller gegenwärtigen Generationen bewirkt‘ (Giono 1989(63): 59) (aus dem Vorwort von K.H. Hülbusch).

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Notizbuch 72

Der schöne ‚Eichen-Hainbuchen-Wald‘ – auch ein Forst
Bernd Gehlken
(2008) DIN A5, 176 Seiten, 5 Tabellenbeilagen (13,25 Euro)

Wenn man bei der Arbeit einem bestimmten Verfahren folgt, so wie wir der Pflanzensoziologie nach BRAUN-BLANQUET, dann kann das nicht heißen, dass man beim Eintritt in die heiligen Gemächer seinen Verstand, seine Erfahrung und Umsicht an der Garderobe abgibt. Erfahrung und Umsicht sind nach TÜXEN (1955) das wichtigste Handwerkszeug der pflanzensoziologischen und vegetationskundlichen Arbeit. Die dogmatische Handhabung jedes Verfahrens, auch wenn dieses einfachen Regeln folgt und vielfach bewährt ist, führt schnell dahin, dass der „Buchstabe des Gesetzes den Geist tötet, aus dem es geschaffen wurde“ (ERIKSON).
Trotz reichlich vorhandener ideologischer Ver(w)irrungen ist in der pflanzensoziologischen Systematik die praktizierte Mischung floristisch-soziologischer und phänologischer Merkmale i.d.R. einsichtig und folgt der Logik des Verfahrens, nicht aber einem fixen Schema. Und es ist im Dienste der Merk- und Nachvollziehbarkeit richtig, die Praxis der Ackersoziologie, wo mit Recht die einzelnen Kulturarten ausgeblendet werden, weil sie weder soziologisch noch für die Erinnerung notwendig sind, für den Forst zu variieren. In der Forstsoziologie ist es angemessen, die Kulturarten an der soziologischen Gliederung zu beteiligen, weil man sonst den pflanzensoziologischen Typen in der Landschaft wie in der Erinnerung kein Bild zuordnen könnte. (Bernd Gehlken)

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Notizbuch 71

Metaphern und Metamorphosen der Landschaft
Frank Lorberg
(2007) DIN A5, 304 Seiten, (13,25 Euro)

… ist alles so schön bunt hier ...“
(Nina Hagen Band, „Ich glotz TV“, 1978).

„Wer nur auf Straßen geht, muss zwangsläufig annehmen, alle Dörfer seien hintereinander aufgereiht. Sie liegen aber in der Landschaft umher.“
(Peier o. Chotjewitz. Die Herren des Morgengrauens. S.177).

In seiner Arbeit „Metaphern und Metamorphosen der Landschaft – Die Funktion von Leitbilder in der Landespflege“ betätigt sich Frank Lorberg mit bewundernswerter Feinfühligkeit und Akribie beim Einreißen von Leitbildern und -Vorstellungen nicht nur in der „Landespflege“, sondern auch in dem, was aktuell als moderne Planung vorherrscht und aktuell zu sein vorgibt. Im besten Sinne von Wissenschaft betreibt er die Kritik von Modellvorstellungen, wobei er – selbstverständlich – nicht umhinkommt, selbst Modelle entgegenzusetzen, die jedoch in ihrer kritischen Anwendung die systematische Fehlleistung der herrschenden Leitbilder entlarven. Fast immer dienen letztere der Aufrechterhaltung einer Herrschaft von Fachleuten, die glauben, über Landschaft alles zu wissen, oder einer moralisierenden Lenkung der Menschen.(aus dem Vorwort von Helmut Holzapfel)

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Notizbuch 70

Von Zeit zu Zeit
F. Bellin & H. Böse-Vetter (Red.)
(2006) Band 1 und 2, DIN A5, 424 Seiten, Tabellenbeilage, (656 g), (15,25 Euro)

Von Zeit zu Zeit nehmen wir einen Anlass wie diesen,
20 Jahre AG Freiraum und Vegetation
25 Jahre Notizbücher der Kasseler Schule
und fragen Texte an, was bei denen, die anfragen, immer einen Rest Unsicherheit lässt, als könne es doch einmal sein, dass niemand antwortet. Aber wie schon bei Notizbuch 40 vor 10 Jahren fiel auch diesmal die Antwort üppig aus, so üppig übrigens, dass die zwei Bände von Nr. 70 nicht ausreichen, alle ungefähr 600 eingereichten Seiten von über 30 AutorInnen aufzunehmen; da folgen dann noch umfangreichere Arbeiten zur Vegetation nach.
Die beiden Bände versammeln Beiträge aus der ganzen bunten und breiten Palette des Arbeitens und Denkens der Arbeitsgemeinschaft Freiraum und Vegetation und ‚umzu‘: aus Tanz und Bewegung, Lehre und Forschung, Landschafts- und Landeskunde, Vegetationskunde und Vegetationshandwerk, zur Pflege- und Freiraumplanung, zur Vogel- und Klimakunde. Und wem das nicht reicht, dem sind noch spannende Beiträge von AutorInnen geboten, die wir bis hierhin auch kaum kannten und die den Anlaß mit aufgegriffen haben. Natürlich wird die ‚Geschichtsschreibung‘ der ‚AG‘ fortgeführt – nebst einiger Sprüche und Späßeken -, deren Arbeit seit 1995 und auch seit K.H. Hülbusch’s Emeritierung 1999 sich immer noch sehen und hören lassen kann.
Alles in allem also zwei Sammelbände und eine Situation, die einen Blick zurück rechtfertigen: „Wer hätte gedacht, dass wir so weit zählen lernten“, schreibt Karl Heinrich Hülbusch in diesem siebzigsten Notizbuch. Es ist wohl die eigene Verwunderung darüber, dass wir immer noch produktiv sind, die uns dazu animiert, Jahresringe zu markieren und von Zeit zu Zeit besondere ‚Meilensteine‘ zu setzen.

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Notizbuch 69

Die Forstpflanzengesellschaften des Hunsrücks im Lichte ihrer Wirtschaftsgeschichte
E. J. Klauck
(2005) DIN A5, 220 Seiten, Tabellenbeilagen, (322g), (11,50 Euro)

Inhaltsverzeichnis

Das Heft liefert eine solide und spannende Darstellung der aktuellen Fortspflanzengesellschaften des Hunsrück. Wie der Titel ankündigt, geht es dem Autor in erster Linie darum, die Herkunft, den Wandel der Vegetationsausstattung im wirtschaftsbedingten „Werden und Vergehen“ (R.Tüxen, 1966) einer Landschaft zu verfolgen und darzustellen.
Die Arbeit wurde als Dissertation am Fachbereich 06 Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung an der Universität Gesamthochschule Kassel zur Erlangung des Dr. Ing. eingereicht.
Ergänzt und Bebildert wird das Heft durch zahlreiche Photocollagen von Katharina Hüllbusch.

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Notizbuch 68

Vor der Haustür
F. Bellin & H. Böse-Vetter (Red.)
(2007) DIN A5, 208 Seiten (11,50 Euro)

Beiträge für Notizbücher liegen selten vor der Haustür, die Gegenstände von Betrachtungen schon. Vegetationsaufnahmen kann man buchstäblich vor fast jeder Haustür machen, auch wenn in manchen Fugen zwischen Beton und Asphalt keine Vegetation Platz hat. Spurenlese ist nicht auf die Pflanzen angewiesen. Die Vegetation ist aber im Unterschied zu Beton ein Gegenstand der besonders viel ‚verrät’. Das Lesenlernen in der Vegetation kann den Spaziergang oder den Weg zum Feld bereichern. Manchmal, wie in der Geest, kann der tägliche Blick absichtlich aufgeweitet und um Beobachtungen und mitgebrachtes Wissen von Kollegen ergänzt werden. Man muß den Anlaß für ein ‚Gespräch’ herstellen, wenn Erträge wie die hier versammelten entstehen sollen. Manchmal gilt dieses Gespräch auch einem fiktiven Partner, der ‚stiller Partner’ (Berger & Kellner) von Beobachtungen und Notizen wird, wie im Fall der Vegetation von Nordheim eine lokale Schriftenreihe, die dann mit der Mitteilung doch überfordert war. Die Qualität vegetationskundiger Mitteilungen an die ‚Gemeinde’ der Vegetationskundlerinnen lag schon immer darin, dass diese nicht nur für eine Adressatin in der Gegenwart lesbar sind, sondern auch darin, dass sie Vergleich und Gedanken über Zeiten hinweg erlauben, wie Bernd Sauerwein im Nach-denken über Cruciata laevipes und wie Bernd Gehlken, Eberhard-Johannes Klauck und Karl Heinrich Hülbusch in der Debatte um Corydalis claviculata ausführen.
Schnecken bilden in dieser Reihe von Beobachtungen in alltäglichen Situationen keine Ausnahme, zumindest nicht für jene, welche einen Garten haben. Im Gegenteil, Schnecken entgehen professioneller Aufmerksamkeit kaum anders als Poa annua im Sportrasen. Wenn der Lebenszyklus von Schnecken nicht bekannt ist, treibt die Suche nach Patentrezepten der Ausrottung ebenso munter Blüten, wie die Suche nach dem ‚perfekten’ unkrautfreien Rasen.
Dabei zeigt dieser dritte Band mit Beiträgen, die zum Jubiläum 2006 gesammelt wurden, dass Hinsehen zur rechten Zeit und Erinnerung vorgeleisteter Arbeit nicht nur Gesprächsnotizen und Kommentare anregen, sondern auch die Neugier befriedigen, die üblicherweise in die Ferne schweift und den Platz vor der Haustür gering schätzt.

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Notizbuch 67

Symposien der AG Freiraum und Vegetation 2001-2004
G. Moes & B. Sauerwein (Red.)
(2005) DIN A5, 232 Seiten (364g) (11,50 Euro)

Seit 2001 wurde jährlich im Anschluss an die Jahreshaupt- versammlung des Vereines eine professionelle Erzählrunde gesetzt. Vorbild hierfür waren die Symposien älterer Veranstaltungen, allem voran die von R.Tüxen initiierten Symposien der Internationalen Vereinigung für Vegetationskunde.
Die Jahreshauptversammlung bot einen vereinsnotwendigen Anlass sich zu treffen, und nachdem sich die Lebens- und Arbeitsorte vieler von Kassel wegbewegt haben, waren die zufälligen Treffen seltener geworden, do dass dieser Rahmen zum gegenseitigen Austausch an Bedeutung gewann.
Den Austausch in eine professionelle, reflektierende und damit solidere Bahn zu lenken war der Ausgangspunkt der Überlegungen zu den Symposien.
Das neue Notizbuch sammelt die verschrifteten Beiträge der letzten 4 Jahre und rettet damit die Vorträge und Erzählungen auch über die Jahre. Frei nach dem Tenor des Schlußkapitels:
„Wer schreibt, der bleibt.“

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Notizbuch 66

Unter Verschluß – Der ‚modische Bebauungsplan‘
F. Bellin & K H. Hülbusch, (Red.)
(2006) DIN A5, 204 Seiten (304g) (11,50 Euro)

Rechtzeitig zum dritten Teil der Wollingstseminare zur Bebauung im März 2006 erscheint mit Notizbuch 66 die ausgearbeitete erweiterte und vergnügliche Version des Seminarreaders von ‚Wollingst II‘. ‚Wollingst I‘ debattiert den ‚Garten zum Einfamiliengebäude‘, also die Freiräume (nachzulesen in Notizbuch 58 Licht und Schatten). ‚Wollingst III‘ wird Einfamiliengebäude- und Hausgrundrisse verhandeln.
Die Debatten und Beiträge von ‚Wollingst II‘ sind der Kritik des ‚modischen Bebauungsplanes‘ ebenso gewidmet, wie dem tauglichen und sparsamen Bebauungsplan. Wer Bebauungspläne einer kritischen Prüfung zu unterziehen will, muß Vergleichsmaßstäbe setzen können. Und wer einen tauglichen und sparsamen Bebauungsplan vorlegen will, sollte über Regeln und Prinzipien verfügen können, die ebenfalls den Vergleich der Fälle und die Kenntnis von Vorbildern voraussetzen. Geeignete Merkmale müssen gefunden und benannt werden, wie die ’synthetischen‘ Merkmale der ‚Relationen‘. Statt des völligen Mangels von Maßstäben und Maßen in der ‚Stadtplanung‘ sind hier Schritte zu Vergleich und Systematik nebst Regeln und Prinzipen zu finden. Um Klarheit und Präzision zu finden, kann der Weg noch weitergehen. Das zeigen auch die Debatten, die dem Seminar gefolgt und für das Notizbuch niedergeschrieben worden sind.

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Notizbuch 65

Gartenflora. Bestimmungsschlüssel für einkeimblättrige Gartenpflanzen
Klauck, E.J.
(2004) DIN A5, 242 S. (360g) (11,50 Euro)

Die Zahl erläuternder und beschreibender Staudenbücher ist mittlerweile auf eine beträchtliche, vielleicht unübersehbare Zahl angewachsen. Gartenarchitekten, Planer, Gärtner und Blumenliebhaber nutzen diese Literatur, um ein Nachschlage­werk zur Unterstützung der Arbeit zu haben. Doch sind diese beschreibenden Stau­denbücher sehr oft nur im Vorfeld, also bei der Auswahl von Pflanzen für bestimmte Zwecke nutzbar. Eine Bestimmungsliteratur, wie sie in der Botanik für wildwachsen­de Pflanzen existiert, fehlt weitestgehend bei der Verwendung von Gartenge­wächsen. Gerade eine solche Bestimmungsliteratur, sozusagen eine „Exkursions­flora“ für Gartenpflanzen ist wichtig und notwendig, um also real vorhandenen Arten benennen zu können. Das Bestimmen von Gartenarten, die wir in Parks oder Garten vorfinden, ist mit der vorhandenen Literatur schwer möglich, weil sie oft alphabetisch geordnet ist, nicht aber systematisch. Oft bleibt beim Bestimmen nur „blättern“ übrig. Um Kulturangaben nachlesen zu können, ist es wichtig, den botanischen Namen der Pflanze zu kennen. Unser Bestimmungsschlüssel will also nicht die beschreibenden Pflanzenbücher ersetzen, sondern die Lücke schließen, an der lebenden Pflanze anhand botanischer Merkmale deren Namen finden zu können. Wir gehen also von den in Gärten bereits gepflanzten Blumen und Gräsern aus mit der Fragestellung nach den botanischen Namen, während lexikalische Literatur von der Fragestellung geleitet wird: Was kann wo gepflanzt werden? (aus: Ein Wort vorher in Gartenflora, E.-J. Klauck 2004).

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