Notizbuch 14

Stadtvegetation – Kritische Bibliographie
Sauerwein, B.
(1989) DIN A 5, 88 S. (132g) (5,00 Euro)

Im Notizbuch 11 hat Bernd Sauerwein einen kritisch wertenden Literaturführer zur Stadtvegetation vorgelegt. In diesem Notizbuch nun wird mit etwa 1000 Literaturverweisen die zugehörige Bibliographie nachgereicht. Neben vollständigen bibliographischen Angaben ist die Literatur nach Stichworten aufgeschlüsselt. Neben pflanzen- und sigmasoziologischen Hinweisen nach Klassen, Ordnungen, Verbänden, Assoziationen sind die Texte nach Inhalten zur Pflege, Vegetationsbegründung, freiraumplanerischem Kontext, Standortbedingungen (Klima, Immissionen, etc.) u.a. aufgeschlüsselt. So ist – ergänzt um die Nennung der Untersuchungsorte – die Suche nach Texten mit bestimmten Informationen, insbesondere für die planerische und vegetationskundige Arbeit ganz beträchtlich vereinfacht.

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Notizbuch 13

Grünlandwirtschaft und Naturschutz in der Hessischen Rhön
Stolzenburg H. J.
(1989) DIN A 5, 320 S.; Tabellenband DIN A 4, 75 S. (658g) (10,75 Euro)

Mit vegetationskundlich wohlaufbereitetem Aufnahmematerial (900 Aufnahmen) wird die Geschichte eines ‚Stücks Landschaft‘ in der hess. Rhön auf spannende Weise erzählt. Gegen die Annahme des Naturschutzes, daß die Extensivierung der (landw.) Produktion zur Differenzierung der Naturausstattung führe, produktive Arbeit also zur Stabilisierung einer schützenswert erachteten Naturausstattung keine Rolle spiele, wird sehr anschaulich nachgewiesen, daß nur über das Verständnis der (geschichtlich) investierten Arbeit zum Lebensunterhalt ein adäquates Verständnis der jeweiligen Naturausstattung herzustellen ist. Dem steht die Profession, samt des ihr vor- und nachgeschalteten wiss. Apparates blind und desinteressiert gegenüber. Nachzulesen u.a. in den Untersuchungen des grünlandbotanischen Instituts der Hess. Lehr- und Forschungsanstalt und deren kritikloser Übernahme im Landschaftsentwicklungsplan Naturpark Hess. Rhön, die mit den vegetationskundlichen Befunden von J. Stolzenburg konfrontiert, das Dilemma des konventionellen Naturschutzes offenkundig werden lassen.

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Notizbuch 12

Struktur und Nutzung dysfunktionaler Freiräume
Heinemann G./ Pommerening K.
(1979 / 1988) DIN A 5, 138 S., 2. Aufl. (198g) (5,00 Euro)

Diese von der AG Freiraum und Vegetation neu aufgelegte Arbeit stellt einen wesentlichen Bestandteil der Theorie der ‚Kasseler Schule‘ dar. Mit der Untersuchung ‚dysfunktionaler Freiräume‘ ist ein Phänomen beschrieben, das konstituierend für alle Freiräume ist: der Wechsel von Nutzungsbindung und Nutzungsoffenheit erst erlaubt gesicherte Verhaltensmöglichkeiten und Verhaltensspielräume. Dies ist auch vegetationskundlich zu belegen. Daß die Qualität eines Freiraums in seinen Anteilen an Dysfunktionalität zu bewerten ist, stört die Protagonisten der Funktionstrennung. Deshalb sah sich der Fachbereich Stadt- und Landschaftsplanung mehrheitlich genötigt, diese Arbeit nicht erneut in den Arbeitsberichten des FB 13 aufzulegen. Die dysfunktionalen Freiräume sind Vorbilder, an denen vortrefflich für eine soziale Theorie und Praxis der Freiraumplanung gelernt werden kann, selbstverständlich nur für den, der etwas lernen will.

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Notizbuch 11

Die Vegetation der Stadt – ein freiraumplanerisch wertender Literaturführer
Sauerwein B.
(1989) DIN A 5, 88 S. (126g) (5,00 Euro)

Aller Verlautbarungen, Propaganda und Sprüche der Profession zum Trotz ist immer noch die Arbeit konstitutiv für das, was wir die Landschaft der Stadt nennen. Die Arbeit von Bernd Sauerwein faßt gut 15 Jahre vegetationskundlicher Erfahrungen mit der Stadtvegetation und ihrer sozialen Bedeutungen pointiert, facettenreich und streitbar geschrieben zusammen, gegen den biotopistischen Muff der Grünplanung oder postmodernen Ästhetisierens, die mit ständig neuen Erfindungen Schrecken und Bedürftigkeit vergrößern. Neben einer kritisch reflektierten Geschichte vegetationskundlich lernender Freiraumplanung ist ein Literaturführer entstanden, der fürs Thema wichtige Beiträge zugänglich und nachvollziehbar macht.

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Notizbuch 10

Nachlese Freiraumplanung
Böse-Vetter, H. (Red.)
(1989) DIN A 5, 244 S. (326g) (vergriffen)

Verstreute und zum Teil schwer zugängliche Veröffentlichungen und Texte aus den letzten 10-15 Jahren ‚Kasseler Schule‘ werden hier nachgedruckt bzw. erstmalig veröffentlicht. Diese Texte geben eine gute Übersicht über die
Vervollständigung der Ausgangsthesen (s. z.B. Notizbuch 2 – Programmatische Anmerkungen) und ihre Konkretisierung an Beispielen und Prinzipien. Den ‚roten Faden‘ stellt einleitend H. Böse-Vetter dar. Ergänzt wird die Nachlese mit einer Bibliographie der Texte der ‚Kasseler Schule‘.

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Notizbuch 9

Der Praxisschock – Von fertigen Unwegen und unfertigen Wegen
Autorengruppe
(1988) DIN A 5, 96 S. (vergriffen).

Die Referate zu einem Symposion Kasseler AbsolventenInnen der Landschafts- und Freiraumplanung werden hier wiedergegeben. Es geht dabei vornehmlich um den Zusammenhang von Studium, Lehr- und Lerninhalten und beruflicher ‚Verwertbarkeit‘.

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Notizbuch 8

Mietergärten – Sind Zufälle planbar?
Harenburg B.
(1988) DIN A 5, 96 S. (136g) (5,00 Euro)

Mit der Erfindung des Geschoßwohnungsbaus wird das ‚Hausen‘ auf die Wohnung reduziert zum ‚Wohnen‘. Dies hat drastische Folgen für die sozialen Lebensbedingungen der BewohnerInnen, indem deren Kompetenzen zu Gunsten administrativer Verfügbarkeiten und Kontrolle enteignet werden. Dies geschieht nicht zufällig, sondern sehr absichtsvoll! Scheinbar zufällig sind dagegen die auch unter den schlechten Vorgaben sich einstellenden Aneigungen, die sich gegen die kontrollierenden Gestaltungen der Grünplaner manifestieren. Aber diese scheinbaren Zufälle sind so zufällig nicht; sie hängen ab von materiellen Strukturen, die Handlungsspielräume noch offen lassen. Dies sind die Orte für’s planerische Lernen, das die Leute und nicht die Institutionen ernst nimmt. An Hand vielfältiger Beispiele werden für die Theorie und Praxis der ‚Planung‘ notwendige Überlegungen dargestellt.

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Notizbuch 7

Träume von Säumen, und Kasseler Kalkschotterdecken
Krah G., Gimbel G., Hennen R.
(1987) DIN A 5, 160 S. (234g) (7,25 Euro)

Ein verständiges Vegetationshandwerk setzt Erfahrungen und Kenntnisse vor Ort voraus. Die Pflanzen haben die Bücher, die über sie geschrieben wurden, bekanntlich noch nicht gelesen. Die hier dokumentierten Arbeiten von G. Krah und von G. Gimbel / R. Hennen, bieten da einen ganzen Fundus solcher Erfahrungen, der für jede(n) an der genuin städtischen Vegetation Interessierte(n) für die Theorie und Praxis der Freiraumplanung wertvolle Hinweise liefert.

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Notizbuch 6

Beitrag zur Disziplingeschichte der Freiraumplanung und
Landschaftsbildanalyse
Stolzenburg J. / Vetter Ch. A.
(1983 / 1988) A 5, 104 S. (146g) (5,00 Euro)

In diesen beiden Beiträgen wird der ideologischen Literaturproduktion der Landespflege in 20 Jahren Garten und Landschaft (1960 – 1980) sowie 10 Jahren Landschaft und Stadt (1970 – 1980) nachgespürt. Es ist schon erstaunlich, welche Verheißungen und weltweisen Absichten da alle gegen die Realverhältnisse formuliert werden. Ein geradezu ‚göttlicher‘ Gestaltungswahn, der immer auf der gerade verwertbaren Enteignungs- und Verkaufsebene seinen Markt macht, kommt hier zum Vor-Schein.Das ‚Landschaftsbild‘ ist ein Fallbeispiel für wissenschaftliche Mimikry. Neben der philanthropischen Propaganda muß die Enteignung von Alltagswahrnehmung und -verständnis durch Abstraktion (Verwissenschaftlichung) gesichert werden; Entmündigung durch Experten.

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Notizbuch 5

Ein alter Hut: Die bioökologische Stadtgrünpflege – Eine freiraumplanerische und vegetationskundliche Erwiderung auf E.M Albertshauser.
Bartung L.
(1987) DIN A 5, 104 S. (160g) (5,00 Euro)

Das Buch ‚Neue Grünflächen für die Stadt – Natur, die man sich leisten kann‘ von E.M. Albertshauser (1985) nimmt der Autor kritisch unter die Lupe. In einer ausführlichen Buchbesprechung wird der grünplanerische und stadtgärtnerische Hintergrund der technischen Rezepte untersucht. Das Ergebnis: mit viel bioökologischem Brimborium, das weder einer handwerklichen noch pflanzensoziologisch – vegetationskundlichen Prüfung standhält und i.d.R. einfach nur falsch ist, wird der klassischen Stadtgärtnerei des ästhetisierenden Nutzungsvorbehalts ein Rettungsanker geworfen. Und mit diesem soll der freiraumplanerischen Kritik an der Grünplanung unter Vereinnahmung der Argumentation und des Vokabulars der Strick gedreht werden.

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