31.7.-7.8.2027 geplant
Erste, kurze Beschreibung
Vegetationsbestände, die von Grau-Erle (Alnus incana) geprägt werden, sind im Alpenraum allgegenwärtig. Entlang der Fließgewässer, aber auch überall dort, wo das Grundwasser hoch ansteht, finden sich Elenbestände, die gemeinhin dem Alnetum incanae zugeordnet werden. Was auf den ersten Blick eher homogen erscheint, umfasst nach erster Anschauung und bei genauerem Hinsehen doch recht unterschiedliche Phänomene. Es gibt vom Wasserhaushalt stabilisierte, flussbegleitende Grau-Erlenwälder, solche an Hängen mit Sickerwasser bzw. in nassen Senken und Mulden. Nutzungsgeschichtlich lassen sich – analog zu den Schwarz-Erlen – unterschiedliche Entstehungszusammenhänge vermuten bzw. nachweisen: zum einen Verbrachungsfazies von Feuchtgrünländer, andererseits (einstmals oder aktuell) niederforstartig genutzte Bestände. Im Seminargebiet sind diese sicherlich (klein-)bäuerlichen Ursprungs, im Unterschied zu den großen Forstungen, die im Rahmen der Salzindustrie hoheitlich besetzt waren. Die Landnutzungsgeschichte ist in der Region relativ kompliziert, und die Grau-Erlen bieten einen spannenden Ausgangspunkt, um diese anhand der Indizien vor Ort zu erschließen.
Header: Commons, Nikanos – Eigenes Werk: Grey Alder (Alnus incana), near the Laacher See, Germany, CC BY-SA 2.5, 10.4.2006