Literatur zur

Freiraum- und Landschaftsplanung, zur Vegetationskunde
sowie zum Lernen und Lehren

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Programmatisches
Jede Forschung, die nicht aus Lernen und Lehren hervorgeht, ist von vornherein suspekt, weil sie den Freiraum des Nachdenkens willig der Erwartung des Auftraggebers ausliefert. Wie denn der voreilige Spruch von der Planungsrelevanz des Lernens und Lehrens, eingeführt von den Vertretern der reformistischen Studienreform, klammheimlich die Kollaboration mit dem Mehrwert und den ungleichen Tausch als Maßstab enthält. Das ist die Voraussetzung für die billige Reduktion des ‚Lehrens‘ auf die autoritäre Verwertung unter der Fahne des Widerstandes – in den 70igern mit der Parole ‚Marsch durch die Institutionen‘ propagiert und vorhersehbar gescheitert.

Manche Leute, die Etiketten verteilen, wissen die verschiedenen Arbeiten genau zuzuordnen. Wir sind da unsicherer. Die sichere Begründung dieser Unsicherheit ist leicht. Wir gehen davon aus, daß indizienwissenschaftliche Arbeit vornehmlich vom Verständnis und der Interpretation der Analogien ausgeht und lehrreich ist. Naturwissenschaftliche Anatomien zwingen dagegen zum Auswendiglernen. Analogien befördern mich im Verständnis des Prinzips und erfordern weder Lexikon noch Computerwissen.

Deshalb werden in den Arbeiten – unabhängig von der bibliothekarischen Zuordnung – alle uns bekannten vorgeleisteten Kenntnisse berücksichtigt. Agatha Christie oder Martha Muchow ist da ebenso wichtig wie Thorstein Veblen, A. Thienemann, E. Mandel oder R. Tüxen. Mit der Verheißung der Interdisziplinarität wurde ganz elfenbeinklassisch die ‚Atomisierung der Betrachtungsweise‘ unter dem Etikett der Zusammenführung forciert. Und bei der Gelegenheit sorgte der technische Erkenntniswahn für den Ausbau der Spezialisierung, die zudem noch die Berufsorientierung in spezialisiertes Expertentum auflöste. Deshalb gehört in unsere Vertriebsliste auch Literatur, die nicht zum bekannten Repertoire zählt. Die Verlagstätigkeit der AG Freiraum und Vegetation hat deshalb sehr – scheinbar – verschiedene Füße. So weit wir dies leisten können, führen wir Nachdrucke vergriffener Arbeiten durch (z.B. Thienemann, Leben und Umwelt) und vertreiben Arbeiten, die von anderen Herausgebern gedruckt wurden, wenn sie mit den Gewährstexten oder der Philosophie der Kasseler Schule wahlverwandt sind. Wichtig ist uns allerdings die Veröffentlichung studentischer Arbeiten. Wir legen auch Wert darauf, daß die Notizbücher preiswert sind.

Die Herausgabe, die viel Arbeit und Findigkeit voraussetzt, auch viel Betreuung erfordert, damit die Mitteilungen sinnvoll sind, hat zwei Absichten zur Voraussetzung. Einmal eine Lehre und Betreuung, die die Arbeitsfähigkeit und das Studierinteresse der StudentInnen fördert und auch von den BetreuerInnen Kompetenz und lernende Teilnahme erfordert, damit die Ergebnisse einen ‚Zugewinn‘ an Kenntnis und Aufmerksamkeit nachweisen. Dies steht gegen die ’schwarze Pädagogik‘ des Normalbetriebs, in dem die Lehrenden die StudentInnen sinnlos beschäftigen und bei dieser Gelegenheit auch den Status ihrer Lehrtätigkeit bis zur Sinnlosigkeit entwerten. Zum anderen müssen die Hefte preiswert sein, damit sie an ‚Autoren‘, d.h. vor allem an StudentInnen verkauft werden können. Die Notizbücher sind ein Dokument studentischer Lern-Forschungsgeschichte, die sonst unterschlagen und vereinnahmt – wenn nicht verhindert – wird. Sie dokumentieren leicht zugänglich die Lern-Lehr-Forschung und studentische Arbeit, die für StudentInnen bei häufigem Wechsel der Beteiligten Vorbild, Ermutigung und Arbeitsmittel (Lehrbuch) sind. Die Erträge der Arbeiten sind wie die Tradition der kontinuierlichen Erweiterung der jeweils erreichten Kenntnisse durch neue fortführende Arbeiten nachgewiesen und im Gegensatz zur eiligen Revision des Projektstudiums, das ja so auch für die Berufstätigkeit angewandt werden könnte, ein Beweis für seine Fruchtbarkeit.

Die Verlagstätigkeit der AG Freiraum und Vegetation, die seit gut fünfundzwanzig Jahren als gemeinnütziger Verein anerkannt ist, umgeht die Zensur ebenso, wie den etablierten Wissenschaftsapparat.

Finanziert werden müssen die Notizbücher auch. Also müssen sie auch verkauft werden. Von den 65 Notizbüchern – seit 1985 – und einigen Standardwerken, sind inzwischen gut 50.000 Exemplare verkauft worden. Sie sind bekannt, anerkannt und preiswert. Deshalb können wir dann auch immer wieder neue Notizbücher drucken. Bemerkenswert bei dieser weiten Verbreitung, die noch durch Zeitschriftenbeiträge aus der Kategorie ‚Exilliteratur‘ ergänzt wird, ist der Mangel jeglicher erklärter Rezeption und Zitation der Arbeiten. Dafür werden sie üppig ausgebeutet und ohne Hinweis z.T. wörtlich abgeschrieben oder auch eilig verwurstet. Aber das soll ja häufiger vorkommen, auch wenn dies gegenüber den AutorInnen nicht die feine englische Art ist – vor allem, wenn dabei gleichzeitig noch der Gedanke umgemünzt wird.

Zur Dramaturgie der Notizbücher

Sie sind zuerst Ausdruck und Ergebnis der Lern-Lehr-Forschung aus der AG Freiraum und Vegetation. In diesen ist durch Betreuung und Beiträge die Arbeitserfahrung von Berufstätigen eingebracht und dargestellt. Wir würden uns über Kommentare, Kritiken, Stellungnahmen der LeserInnen freuen. Es kann doch nicht sein, daß niemand einen Kommentar zu den Beiträgen beitragen kann. Wir würden uns deshalb freuen, wenn in den zukünftigen Notizbüchern auch Kommentare und Stellungnahmen der LeserInnen abgedruckt werden könnten.