Notizbuch 24

Die Grünplanung im Gefolge der Stadtplanung und
Der Landschaftsplan für die Stadt
AutorInnenkollektiv unter anderem mit H. Grundler, H. Lührs, H. J.  Stolzenburg (Red.: H. Lührs)
(1992) DIN A5, 240 S. (316g) (9,00 Euro)

H. Lührs hat eine überarbeitete Kurzfassung der Diplomarbeit von Grundler, Lührs, Stolzenburg (1984) für den Druck vorbereitet. In der Arbeit wird dargestellt, welche Möglichkeiten es gibt, von der Siedlungstypenkarte im groben Maßstab (1:10000) über großmaßstäbliche Beispiele (1:5000/1:2000) und der expliziten Darstellung typologischer (materieller) Merkmale (-1:100) einen konkret nachvollziehbaren Darstellungsmaßstab und konkrete Planungsvorschläge wieder zu generalisieren (typisieren). (Übrigens ist die Siedlungstypenkarte aus dieser Arbeit im Landschaftsplan ‚Zweckverband Raum Kassel‘ ohne Zitat, also geklaut abgedruckt). Der Maßstab 1:1 ist in der Abstraktion nunmehr enthalten und nicht zu vergessen. Die Generalisierung der Beispiele gelingt über den Rückgriff auf die Siedlungstypendarstellung, die jetzt im Sinne eines Plans mit einer Legende versehen wird.
‚Die Grünplanung im Schlepptau‘ – redigiert von Willi Ring und Urta Steinhäuser – zeichnet die Geschichte der Grünplanung, die mit dem Landschaftsgarten beginnt und mit den ersten städtischen Gartenbaudirektoren (1830 – 1850) administrativ zementiert wird, nach. Die ‚Geschichte‘ verläuft unabhängig von formalistischen Moden, was den kompensatorischen Habitus der Grünplanung und Gartenarchitektur seit der Aufklärung nachweist und diese beiden Modefächer zur Postmoderne per se – zur postmodernen Disziplin stempelt, ziemlich umstandslos und linear. Eindrucksvoll, wie einig sich Sozialisten und Kapitalisten, Kommunisten und Faschisten sind, wenn es darum geht, den Menschen die ‚Autonomie im Wohnen‘ vorzuenthalten und mit Hilfe der grünplanerischen Propaganda durch Mietskasernen, Aufmarschplätze und schauerliche Ertüchtigung und Verlustigung zu ersetzen. Es ist keine der üblichen historiographischen Mäusetürmereien, sondern eine Geschichte, in der die Verheißungen, die Produkte und die Folgen bzw. Auswirkungen vorgestellt und kommentiert werden.

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Notizbuch 6

Beitrag zur Disziplingeschichte der Freiraumplanung und
Landschaftsbildanalyse
Stolzenburg J. / Vetter Ch. A.
(1983 / 1988) A 5, 104 S. (146g) (5,00 Euro)

In diesen beiden Beiträgen wird der ideologischen Literaturproduktion der Landespflege in 20 Jahren Garten und Landschaft (1960 – 1980) sowie 10 Jahren Landschaft und Stadt (1970 – 1980) nachgespürt. Es ist schon erstaunlich, welche Verheißungen und weltweisen Absichten da alle gegen die Realverhältnisse formuliert werden. Ein geradezu ‚göttlicher‘ Gestaltungswahn, der immer auf der gerade verwertbaren Enteignungs- und Verkaufsebene seinen Markt macht, kommt hier zum Vor-Schein.Das ‚Landschaftsbild‘ ist ein Fallbeispiel für wissenschaftliche Mimikry. Neben der philanthropischen Propaganda muß die Enteignung von Alltagswahrnehmung und -verständnis durch Abstraktion (Verwissenschaftlichung) gesichert werden; Entmündigung durch Experten.

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